Auf Jersey erzählt das Meer nicht nur von Sturm und Salz – sondern auch von Geschichten, die man lieber vergessen würde.

Cordelia Seabrook starb einsam in ihrem kleinen Cottage. Für viele Inselbewohner war sie jahrzehntelang nur die „Jerry-Bag“: eine Frau, über die man tuschelte, weil sie im Krieg mit den falschen Leuten verkehrt haben soll. Man grüßte knapp. Man mied das Thema. Man ließ sie allein.
Doch als die junge Meeresbiologin Sophie Trelawney plötzlich verschwindet, bekommt das alte Gerücht Zähne. Und als am Strand ein geheimnisvoller Geiger auftaucht – eine melancholische Gestalt, die spielt, als wollte sie die Gezeiten selbst beschwören –, ahnt Harold Callaghan: Auf dieser Insel ist manches nicht Vergangenheit, sondern ein sorgfältig zugedeckter Riss.
Callaghan, pensionierter DCI mit scharfem Blick und trockenem Humor, und sein Border Collie Monty – klug, wachsam und manchmal irritierend treffsicher – nehmen die Fährte auf. An ihrer Seite: Fenella Bright, hyperintelligente Biolehrerin mit angeborenem Crime-Instinkt, und Mary „Blary“ Finch, Sergeant der Jersey Police, deren moralischer Kompass auch dann nicht zittert, wenn alle anderen längst wegschauen.
Eine seltsame Muschelsammlung, merkwürdige Notizen, kleine Widersprüche in großen Erzählungen: Aus scheinbar harmlosen Fundstücken formt sich ein Fall, der tiefer geht als das nächste Watt. Zwischen Dünen, Teestuben und windgepeitschten Klippen entdecken Callaghan & Monty, dass Wahrheit auf Jersey selten laut daherkommt. Manchmal flüstert sie nur – und wartet darauf, endlich gehört zu werden.
Ein warmherziger Cozy Crime über Erinnerung, Loyalität und die stille Kraft, Unrecht nicht einfach stehen zu lassen.

